Kleidung für eine Nacht bei −25 °C in Abisko
Eine Polarlichttour heißt vor allem: im Dunkeln stillstehen, oft stundenlang, bei Temperaturen, die einen nackten Finger in Minuten taub machen. Die richtigen Schichten entscheiden, ob du den Himmel beobachtest oder die Uhr. Dieser Ratgeber zeigt, was du anziehen solltest und was die Touren leihen, und was in eine Innentasche gehört.
Warum das Stillstehen das Schwierige ist
Winternächte in Abisko erreichen oft −15 bis −25 °C, und in kälteren Phasen kann es noch tiefer gehen. Ein Spaziergang durch den Ort fühlt sich bei solchen Temperaturen eine Weile gut an, weil Bewegung dich warm hält.
Eine Polarlichttour ist anders: Du wartest lange an einem Platz am See oder im Birkenwald, während dein Körper kaum Wärme erzeugt. Zieh dich für das Warten an, nicht für den Weg vom Bus.
Polarlichter sind nie garantiert, also bedeuten manche Nächte langes Warten ohne etwas am Himmel. Wer warm angezogen ist, hält lange genug durch, um auch ein spätes Polarlicht noch zu erleben.
Schicht für Schicht, von der Haut nach außen
Mehrere dünnere Schichten halten mehr warme Luft als ein dicker Mantel und lassen sich unterwegs öffnen oder schließen. Baumwolle ist der eine Stoff, den du meiden solltest, weil sie Schweiß speichert und dich dann auskühlt.
- Eine Basisschicht aus Wolle (Oberteil und lange Unterhose), eng auf der Haut
- Eine Zwischenschicht aus Fleece oder Wolle, in den kältesten Nächten eine zweite
- Eine Isolationsjacke mit Daune oder Kunstfaser
- Eine winddichte Außenschicht (Jacke und Hose) über allem
Mehrere Touren leihen Overalls oder Schneeanzüge, die über deine eigenen Schichten kommen. Zieh Basis- und Zwischenschicht trotzdem an, denn der geliehene Anzug hält zwar den Wind ab, allein aber wenig von der Kälte.
Warmer Kopf, warme Hände, warme Füße
Trag eine warme Mütze, die die Ohren ganz bedeckt. Dazu ein Schlauchtuch oder einen Halswärmer, den du über die Nase ziehen kannst. Dein Atem gefriert nach einer Weile am Stoff, deshalb hilft ein zweites Schlauchtuch in der Tasche in einer langen Nacht.
Für die Hände kommen dünne Unterziehhandschuhe unter dicke Fäustlinge. Fäustlinge halten die Finger wärmer als Fingerhandschuhe, weil sie die Wärme teilen, und mit den dünnen Handschuhen kannst du für eine Minute Handy oder Kamera bedienen, ohne nackte Haut auf kaltem Metall.
Die Füße leiden am meisten, wenn du auf Schnee stehst. Trag ein Paar dicke Wollsocken statt zwei enger, und Stiefel, die genug Platz für warme Zehen lassen und Sohlen haben, die auf Eis greifen.

Was dir jede Tour leiht
Die meisten Touren auf dieser Seite leihen dir etwas Außenkleidung, was genau, ist aber verschieden. Die Liste zeigt nur, was in den Angeboten steht, also pack in jedem Fall deine eigenen Schichten für darunter ein.
| Tour | Vom Anbieter geliehen | Ab |
|---|---|---|
| Fototour | Warme Overalls und eine Stirnlampe; schwere Arktisstiefel kann man mieten | ~138 € |
| Busjagd | Warme Kleidung | ~86 € |
| Schneemobiltour | Schneeanzüge und Stiefel, Mützen, Handschuhe; Helme für Fahrer | ~86 € |
| Autotour mit Fotograf | Keine Kleidung angegeben; eigene mitbringen | ~126 € |
| Husky-Wanderung | Overalls und Stiefel, Fäustlinge, Stirnlampen | ~120 € |
Die Busjagd nennt warme Kleidung, ohne zu sagen, was das ist, also sieh sie als oberste Schicht. Auf der Fototour lohnt es sich, die schweren Stiefel zu mieten, wenn deine eigenen Winterschuhe eigentlich Stadtschuhe sind.
Die Husky-Wanderung ist der einzige Ausflug, bei dem du dich durch Bewegung aufwärmst, denn es geht über etwa 4 km allmählich bergauf. Öffne beim Aufstieg die Jacke, damit du nicht schwitzt, und schließ jede Schicht, bevor du am Lávvu stehen bleibst.
Auf dem Schneemobil bringt der Fahrtwind eigene Kälte
Bei voller Fahrt auf dem Schneemobil fühlt sich die Luft viel kälter an, als das Thermometer sagt. Eine windstille Nacht mit −20 °C beißt dann kräftig an jeder Hautstelle, die der Wind erreicht. Gesicht und Handgelenke trifft es am meisten.
Auf der Schneemobiltour von Experience Abisko ab ~86 € leihst du Schneeanzug und Stiefel, dazu Mütze und Handschuhe, Fahrer bekommen Helme. Trag deine Wollschichten und unter dem Helm eine dünne Sturmhaube oder ein Schlauchtuch, und achte darauf, dass die Ärmel über die Handschuhe reichen.
Mitfahrer im Schlitten hinter dem Guide bewegen sich weniger als die Fahrer und kühlen deshalb schneller aus. Unser Vergleich der Touren zeigt, wie warm sich jede anfühlt.
Die warme Ausrüstung soll gestellt werden?
Die dreistündige Schneemobiltour von Experience Abisko leiht Schneeanzüge und Stiefel, dazu Mützen und Handschuhe, und serviert warme Getränke mit einem kleinen Snack. Sie hat 4,7 aus 140+ Bewertungen bei GetYourGuide, ab ~86 €; Varianten mit eigenem Fahren können mehr kosten.
Akkus und Handys, dazu Handwärmer
Kälte leert Akkus schnell. Ein voll geladenes Handy kann sich draußen innerhalb einer halben Stunde abschalten, also trag es in einer Innentasche nah am Körper und steck einen Ersatzakku für die Kamera gleich dazu.
Wenn du wieder drinnen bist, lass die Kamera eine Weile in ihrer Tasche, damit sich das Kondenswasser auf der Tasche bildet und nicht im Objektiv. Unser Foto-Ratgeber erklärt die Einstellungen und den Rest der Ausrüstung.
Chemische Handwärmer sind billig und leicht. Steck in den kältesten Nächten einen in jeden Fäustling und ein Paar in die Stiefel, und heb ein paar für die Handytasche auf.
Eine Packliste für den Abend
- Basisschicht aus Wolle (oben und unten)
- Zwischenschicht aus Fleece oder Wolle, plus eine zum Wechseln
- Isolationsjacke und winddichte Außenschicht
- Mütze über die Ohren und zwei Schlauchtücher
- Unterziehhandschuhe und dicke Fäustlinge
- Dicke Wollsocken und Stiefel mit Profil
- Handwärmer und ein Ersatzakku in einer Innentasche
- Eine Stirnlampe mit Rotlicht, falls die Tour keine leiht
Kinder brauchen dieselben Schichten und mehr Aufmerksamkeit für Hände und Füße, wie unser Ratgeber zu Polarlichtern mit Kindern erklärt. Unter wann du fahren solltest findest du die kältesten Monate und die milderen Herbstnächte. Die Frage Dorf oder Stadt hat ihre eigene Seite: Abisko oder Kiruna.